Nach dem Vortrag zum Thema "Selbstgesteuertes Lernen" (Lesen Sie hier mehr zum Thema) stand uns Professor Ludwig Haag, Leiter des Lehrstuhls Schulpädagogik an der Universität Bayreuth, noch Rede und Antwort.

Herr Haag, eines ihrer Forschungsgebiete ist das „selbstgesteuerte Lernen“. Können Sie in wenigen Worten die Grundzüge dieses Forschungsfeldes verdeutlichen?
Professor Ludwig Haag: "Lernen ist ein eigenverantwortlicher, aktiver und konstruktivistischer Prozess. Die Motivation des Schülers selbst ist die zentrale Voraussetzung für erfolgreiches Lernen. Dabei kommt dem Lehrer als Lern-Coach, als Lernbegleiter eine bedeutende Aufgabe zu."
„Übertritt nach der vierten Jahrgangsstufe“ und „Selbstgesteuertes Lernen“ lassen sich diese Ansätze auf einen Nenner bringen?
"Selbstgesteuertes Lernen und der Übertritt nach der vierten Jahrgangsstufe schließen sich nicht aus. Der Kinder- und nicht der Elternwille ist Voraussetzung für einen erfolgreichen Lernprozess. Dazu kommt es noch darauf an, wie es der Schüler schafft, sich zu strukturieren, um unter anderem das Zeitmanagement auf die Reihe zu bekommen."
Ein Grundsatz der Montessori-Pädagogik lautet, dass der Lehrer als Lernbegleiter das Kind beim eigenständigen Wissenserwerb unterstützen soll. Was braucht ein Kind noch, um optimal gefördert werden zu können?
"Eine entsprechend vorbereitete Umgebung, in der es lernen kann, um für sich geeignete Aufgaben zu finden. Und notfalls die Anleitung der Lehrer dazu. Außerdem sind für den fruchtbaren Austausch Freunde und Klassenkameraden sowie die Eltern unerlässlich."
Ihr erster Eindruck von der Freien Montessori-Volksschule Berg?
"Ich persönlich habe nichts anderes erwartet: eine hervorragende Lernumgebung, in der die Kinder – ich habe gerade die Werkstücke der Schmiede betrachtet – wirklich mit Kopf, Herz und Hand lernen dürfen."
