Was ist zu tun, wenn jemand ein Schulkind anspricht? Wie reagiert es richtig? All das zeigte Wing-Tsun-Trainer Klaus Gerlach aus Geroldsgrün den drei Lerngruppen der Primarstufe am 18. März beim Schulwegtraining mit Gewaltprävention.
Klaus Gerlach zeigte den Kindern eindrücklich, wie man sich gegenüber einer fremden Person verhalten soll, die einen anspricht, nach dem Weg fragt oder vielleicht um Hilfe bittet. In einer solchen Situation sollten Kinder aufmerksam sein, dem Fremden nicht ins Gesicht schauen, sondern darauf achten, ob sich die Füße des Fremden auf einen zubewegen. Wenn dies der Fall sein sollte, sollten die Kinder sofort wegrennen und sich nicht auf den Fremden einlassen, egal wie nett dieser im ersten Moment erscheint.
Dieses Wissen durften die Schüler gleich in die Praxis umsetzen: Diese Situationen probte Klaus Gerlach mit den Kindern. Außerdem übten sie, aus den Tragegurten des Schulranzens herauszuschlüpfen, wenn dieser festgehalten wird.
Die Schüler lernten auch, wie wichtig es ist, eine selbstbewusste Abwehrhaltung zu zeigen und nicht gleich in die Opferrolle zu fallen. Die Kinder sollten sich zur Übung im Kreis aufstellen, einen Fuß nach vorne stellen, die Hände abwehrend nach vorne halten und laut rufen: „Lassen Sie mich in Ruhe!“ Außerdem sollten sie in einer bedrohlichen Situation „Feuer!“ schreien statt „Hilfe“. Wenn Kinder auf dem Spielplatz „Hilfe!“ rufen, dann denken viele Passanten nicht unbedingt an Gefahr, weil Kinder ja gerne spielen. „Feuer!“ würde mehr Aufmerksamkeit erregen, erklärte Herr Gerlach.
Die Kinder durften Herrn Gerlach auch auf die Hände hauen und gegen sein Schienbein treten, bevor sie wegrannten. Zum Glück hatte Herr Gerlach Beinschoner dabei.
Der Trainer sprach mit den Kindern auch über gute und böse Geheimnisse. Böse Geheimnisse, die im Bauch ein schlechtes Gefühl verursachen, sollten die Kinder unbedingt ihren Eltern verraten.
Draußen auf dem Schulgelände zeigte Klaus Gerlach den Kindern, wie sie reagieren sollten, wenn sie von einem Auto aus angesprochen werden. Sie sollten sich links vorne vor der Fahrertür befinden. Wenn dann der Fahrer aussteigen würde und versuchen würde, sie zu schnappen, hätten die Kinder einiges an Vorsprung. Dies durften sie alle ausprobieren. Natürlich ist nicht jeder Fremde böse, aber Kinder sollten wissen, wie sie sich in bedrohlichen Situationen verhalten sollen, um sich selbst zu schützen.
