Hannes Leucht, Florian Schüler und Michael Blümel melden sich aus England. Die Montessori-Schüler aus Berg besuchen zurzeit die Schule in Paignton und berichten von ihren Erlebnissen.
Berg/Paignton – Uns geht es gut und an die Lebensumstände haben wir uns schon gewöhnt. Der Unterricht ist wie gehabt, aber an einem Nachmittag fiel die Tour nach Cockington aus. Uns hatte man die Nachmittagsgestaltung freigestellt, und so sind wir an die Küste hinter dem Hafen von Paignton zum Angeln gegangen – leider erfolglos. Danach haben wir in unseren Gastfamilie zu Abend gegessen: Übrigens, das Abendessen in unseren Gastfamilien ist genießbar. Da der Abend noch jung war, testeten wir einen neu gekauften Fußball aus. Wir spielten am Strand, bis die Sonne unterging.
Uns ist beim genaueren Betrachten der Laternen aufgefallen, dass manche schwarz sind, als wäre die Lampe kaputt. Nach weiterem Betrachten erkennt man aber acht darin versteckte Kameras. Auch an vielen Häusern und Mauern sind kleine Kameras angebracht. Insgesamt lässt sich damit jeder Winkel der Stadt überwachen. Doch im Moment können wir uns den Grund dafür noch nicht erklären.
Wir besuchten auch Maritime Town, ein kleines Städtchen an der Küste mit einem ellenlangen Strand, wo auf der einen Seite der Straße das Meer und auf der anderen Süßwasserseen sind. Und Darthmouth, das durch den Fluss Darth zweigeteilt ist. „Es ist die Stadt der Reichen, außerdem schmecken die „Fish and Chips“ dort fantastisch.
Übrigens: Wegen eines Missverständnisses wurden wir auch schon aus dem Unterricht geworfen; doch wir konnten das Missverständnis mit unserem immer besser werdenden Englisch zum Glück schnell aus der Welt schaffen.
Einmal erklommen wir im Nachmittagsprogramm einen Aussichtspunkt. Der fantastische Blick auf zwei zu klein geratene Inseln entschädigte uns, und im Hintergrund konnten wir sogar die Bucht von Torbay sehen. Auch den Kents-Garden, der Tropfsteinhöhle, statteten wir einen Besuch ab. Der Guide hat die Führung mit Licht und Tiergeräuschen gestaltet.
Ein kleiner Misserfolg war das verabredete Skypen mit unseren Eltern in Deutschland. Nachdem wir alle an den Strand gerannt sind, mussten wir feststellen, dass die Technik nicht so wollte wie wir.
Abenteuer Ausland
Die Anreise nach Stonehenge dauerte drei Stunden, auf die berühmte Sehenswürdigkeit Englands hatten wir uns schon sehr gefreut. Und dann die Enttäuschung: Stonehenge ist kleiner und langweiliger als im Fernsehen oder auf Bildern. Wir mussten außen herumlaufen und durften nicht einmal zwischen die Steine gehen.
Bald sind neue Schüler eingetroffen – 63 größtenteils aus Deutschland. Doch wir versuchen, Englisch miteinander zu sprechen.
Das Osterfest kann man sich übrigens vorstellen wie ein Wiesenfest – nur ohne Bierzelt. Florian hat auch die Schule gewechselt. Statt bisher 30 Minuten braucht er nun nur noch drei Minuten von seiner Gastfamilie zur Schule.
