Nach langem Hin und Her liegt die Genehmigung vor: Die freie Schule in Berg darf jetzt Schüler zur Mittleren Reife führen.


Von Sandra Hüttner



Berg – Die Freie Montessori-Schule Berg hat die Genehmigung der Regierung von Oberfranken, im kommenden Schuljahr eine Jahrgangsstufe M 10 einzurichten. Wegen eines Formfehlers musste die geplante M 10 für das Schuljahr 2011/12 noch auf Eis gelegt werden. Doch die Schule, allen voran Schulleiter Stephan Ludl mit tatkräftiger Unterstützung durch Elternbeiratsvorsitzende Barbara Schiller-Leucht sowie Eltern und Schülern, kreierte zur Überbrückung die „M9 plus“. So hat man keineswegs ein Jahr verloren, sondern ein Jahr geschaffen, das Angebote weit über den Lehrplan hinaus bot: das Fach Betriebswirtschaftsrechnen mit Reinhard Meringer, Spanischunterricht mit vier Stunden in der Woche mit Ruiz Torniero, ein vierwöchiger Englandaufenthalt mit der LAL Sprachschule, das Fach Rhetorik und vermehrte Praktika, um intensiver in die Wirtschaft hineinzuschnuppern. Schulleiter Stephan Ludl spricht dabei von eingehender Persönlichkeitsbildung.

 

Doppeltes Schuljahr


Das Angebot eines „doppelten“ Schuljahres soll auch weiter aufrechterhalten werden. „Aber das ist Schülern und Eltern freigestellt“, versichert der Schulleiter. So gibt es ab dem kommenden Schuljahr sowohl den direkten Weg von der M9 zur M10 oder die „verlängerte Version mit mehr Angeboten“ über die M9 plus. Neben den Montessori-Abschluss absolvieren die Neuntklässler als externe Prüfung den qualifizierenden Hauptschulabschluss in der Volksschule Selbitz und dann den Mittlere-Reife-Abschluss in der Mittelschule Frankenwald in Naila.

Von den ehemaligen 15 Neuntklässlern verließen im vergangenen Jahr fünf die Schule, begannen eine Lehre oder wechselten auf eine andere weiterführende Schule. Zehn nutzten das „zusätzliche“ Jahr und sind begeistert. Sie werden nun mit Volldampf die M 10 in Angriff nehmen. Hannes Leucht und Florian Schüler schilderten, warum sie heute noch hier stehen: „Damals war es unvorstellbar, dass so sicher Geglaubtes in wenigen Sekunden wegen einer Lapalie nicht stattfinden konnte“, erzählten die Jugendlichen, die das „Überbrückungsjahr“ mit Abstand und im Nachhinein als das Beste bezeichneten, was ihnen passieren konnte. „Wir konnten eigenständig das ganze Schuljahr planen und gestalten“, so Hannes Leucht, begonnen in der Grundstufe mit der Tagesplanung, in der Mittelstufe zur Wochenplanung und nun Jahresplanung. „Das zeugt von Selbstständigkeit und Selbstvertrauen und einem großartigen Vertrauen vom Lehrerteam.“

 

Alle feiern gemeinsam

Schulleiter Stephan Ludl blickte zurück in die Anfangszeit der Montessori- Schule. Vor zehn Jahren hat Gisela Schröppel-Wiedemann die Vision der Montessori-Schule mit Energie in die Wege geleitet, erst in Leupoldsgrün und seit dem Schuljahr 2005/06 in Berg.

Die entscheidenden Eckpfeiler Wirtschaft, Politik und Schule feierten gemeinsam, dass zuversichtliche, selbstbewusste und freundliche Jugendliche die M 10 in Angriff nehmen können. Elternbeiratsvorsitzende Barbara Schiller-Leucht erinnerte an den geführten „Kampf“ und das Engagement, die zum Erfolg – der Genehmigung M 10 – führten. Schulrat Werner Löffler sprach von Brückenbau zwischen der privaten Montessori- Schule und den staatlichen Regelschulen. Bürgermeister Peter Rödel zog ein rundum positives Feedback.

frankenpost2012-06-06

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